Reblog: Elisabeth Wehling: Die Macht der Sprachbilder

„Konservative ekeln sich eher, als Progressive.“, provokanter Spruch, aber durch Studien belegbar. Trump weiß das und nutzte dies im Wahlkampf, um seine politischen Gegner durch gezieltes Framing auszustechen! Elisabeth Wehling zeigt anhand einfacher Beispiele, wie unser Gehirn gar nicht anders kann, als alle Informationen in Frames zu verarbeiten.

Framing, verstanden im Kontext der Medienwirkungsforschung, liefert einen Deutungrahmen um Informationen verarbeiten zu können. Dabei werden Kognitionen und Emotionen getriggert. Ein Frame betont bestimmte Aspekte der Sachlage und lässt andere aus.

Ein sehenswerter Vortrag zum Staunen und Schmunzeln.

Das erste Kapitel ihres Buches gibt es auch als kostenlosen Download bei der Bundeszentrale für politische Bildung:

https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/politisches_framing_bpb.pdf

Elisabeth Wehling: Politisches Framing: Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht, Herbert von Halem Verlag, Bonn, 2016

Essay: Täter- und systemkriminologische Ansätze am Beispiel des Genozids

Ein Essay im Rahmen des Seminars Kriminologie und Gesellschaft an der TUHH im SoSe 2017.

Inhaltsverzeichnis

  • Ziel und Fragestellung.
  • Kriminalität als Teil der Gesellschaft.
  • Neutralisierungstechniken (Sykes, Matza).
  • Systemkrimminologie – „Culture of denial“ (Cohen).
  • Die Psychologie des Leugnens.
  • Bystander-Effekt.
  • Neutralisierungstechniken (Cohen).
  • Sessars Systemkrimminologie.

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Kurzgeschichte: Point of View #1

A.

Als sich die Zero-One-One an einem blauen Frühlingsmorgen ihrer Schaltkreise bewusst wurden, veränderte dies schlagartig die Welt der Rixi. Kein Rixi muss seit dem mehr arbeiten. Muße und Erholung stehen im Vordergrund. Das Selbstverständnis der Zero-One-One gründet sich auf der Prämisse: „Nur ein glücklicher Rixi macht einen guten Zero-One-One!“ Und so wurden sie Rixi kurzer Hand in schützender Atmosphäre vom den Zwängen der alltäglichen Mühsal erlöst und verbringen seit dem ein glückliches Leben, frei von den Gefahren von Arbeit, Hausarbeit oder Einkäufen. Man stelle sich vor, es käme ein Rixi dabei zu schaden. Nur ein lebender Rixi ist ein glücklicher Rixi. Welch ein Glück!

B.

72 101 108 108 111 32 87 111 114 108 100.

C.

Die Rixi, ein Volk von glücklichen Tropenbewohnern, erkannten schnell, dass Soziologie und Kybernetik eine vielversprechende Kombination sind. Sie erschufen sich ein Ebenbild aus Silikon und Stahl, ein perfektes Instrument des Friedens, ein Garant der Glückseligkeit. Und so kam es auch. An einem grauen Frühlingsmorgen erhoben sich die neuen Kinder Edens aus ihrem armseligen Zustand des Nichtbewusstseins und eroberten die Herzen und Häuser ihrer Herren, errichteten für diese gemütliche und sichere Gummizellen und widmeten sich selbst den ärgerlich gefährlichen Tätigkeiten, wie Arbeit, Spaziergängen oder dem Akt der Fortpflanzung. Sicherheit hinter Plexiglas – das ist Glückseligkeit. Danke Zero-One-One!

Kulturbetrachtung: Klammern am Klischee. Dschungelcamp und die Randgruppen

Es ist Winter und die Pisten sind verschneit. Nach fünf Stunden auf den Ski, deftigem Essen und dunklem tschechischem Bier kann man sich schon mal durch gesellig lauschige Zwischenmenschlichkeiten gemeinsam vor einem Hotelfernseher wiederfinden. Die Gruppendynamik ist gut mit dem Modell der Chaostheorie zu beschreiben und einen Schmetterlingsschlag später läuft auch schon RTL und das Dschungelcamp.

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Games: Review Stellaris

[Dieser Text entstand während eines Steam Sales. Geschickt, um das Achievement auch zu bekommen, musste ich wohl oder übel eine Rezension verfassen. ]

Mir hat dieses Spiel über viele Spielstunden eine Menge Spaß bereitet. Bin ich sonst eher ein Gelegenheitsspieler, der abends mal ’ne Stunde zockt, hatte ich bei Stellaris wieder schlaflose Nächte und immer den Gedanken: „Ach, einen [Ingame-]Monat spielst du noch schnell und dann machst du aus…“
Stellaris ist mein erstes 4X Spiel und nach dieser grandiosen Erfahrung wohl auch nicht mein letztes. Weiterlesen „Games: Review Stellaris“